How to make a Datenlandkarte?

Der Workshop „How to make a Datenlandkarte” auf der TDWI Messe 2022 in München war ein voller Erfolg. Was eine Datenlandkarte ist, warum jedes Unternehmen eine braucht und wie man innerhalb kürzester (Workshop-) Zeit zu anschaulichen Ergebnissen kommt, verraten wir dir auch hier als Nachlese.

Die erste Frage, die sich stellt, ist: Was ist eine Datenlandkarte überhaupt? Eine Datenlandkarte ermöglicht allen Stakeholdern im Unternehmen eine leicht verständliche 4-dimensionale Übersicht der wichtigsten Unternehmensdaten. Aus einer High-Level-Perspektive veranschaulicht sie, welche Datendomänen und Daten es im Unternehmen gibt, wo diese liegen (System) und entstehen (Golden Source) und welche Rolle, als erster Schritt der Data Governance, verantwortlich ist. So werden die Daten-Schnittmengen über die Geschäftsfunktionen eines Unternehmens hinweg aufgezeigt und ihre Beziehung zueinander deutlich.

Die Teilnehmer:innen des Workshops auf der TDWI stimmen zu: häufig wissen sie in ihrem Business nicht, welche Daten es gibt, wie sie miteinander in Beziehung stehen, wo diese wichtigsten Daten überhaupt liegen und wer für Rückfragen zur Verfügung steht. Kurz gesagt: ein breiter, verständlicher Überblick über die wichtigsten Daten im Unternehmen fehlt oft. Die Frage, worin der Nutzen der Datenlandkarte liegt, wird also schnell klar: Die Datenlandkarte erfüllt vielseitige Datenbedürfnisse unterschiedlicher Stakeholder in einer Organisation.

Das Top-Management beispielsweise erhält einen Überblick über die Datenlandschaft, den sie für Steuerung, Weiterentwicklung und Digitalisierung des Business heranziehen können und brauchen. Auch um Innovationen umzusetzen und Ansprechpersonen für wichtige Daten im gesamten Unternehmen zu finden, liefert die Datenlandkarte einen Ausgangspunkt. Operativ und IT-Verantwortliche sehen und verstehen die datentechnischen Verbindungen zu anderen Abteilungen, erkennen die Schnittmengen von Daten und somit die Zusammenhänge des Geschäfts. Sie wissen nun: wem gehören welche Daten (nicht). Auch Datenverantwortliche und Data Governance Leads sehen auf einen Blick, welche wichtigen Daten wo im Unternehmen liegen und etablieren eine geschäftsbereichs-übergreifende Sprache und Awareness für die Daten, welche die Grundlage für jegliche Zusammenarbeit bildet.

Die Vortragenden Barbara Kainz, Katharina Menz und Wanja Eiche ziehen folglich den Schluss: Einerseits ist eine Datenlandkarte der Rahmen und Ausgangspunkt für die schrittweise Ausrollung der Datenstrategie, von Dateninitiativen und Data Governance. Andererseits bietet sie das High-Level-Verständnis für das Geschäft und die Grunddaten als Voraussetzung für jeden Use Case, in dem Daten benötigt werden. Aus diesen Gründen profitiert jedes Unternehmen mit einem datenbezogenen Use Case von einer Datenlandkarte.

So vielseitig wie die Gründe eine Datenlandkarte zu erstellen, waren auch die Teilnehmer:innen des TDWI Workshops. Durch den großen Andrang und die Vielzahl an vertretenen Branchen, teilte man die Teilnehmer:innen in drei Showcase-Gruppen auf und animierte sie, ihre persönlichen Use Cases aus dem eigenen Unternehmen einzubringen. Mit Erfolg: drei umfangreiche Datenlandkarten aus den drei Branchen, Öffentlicher Nahverkehr, Banking und Campingequipment manifestierten sich innerhalb kürzester Zeit auf den Flipcharts (siehe Fotos).

Ähnlich verläuft das Vorgehen bei einem „echten“ Use Case in Kundenprojekten. Für die Workshopplanung ist es ratsam, das Organigramm, oder falls vorhanden, ein Organisationshandbuch heranzuziehen, um Kern- und Supportfunktionen als Datendomänen sowie Personen für die Workshopteilnahme herauszuarbeiten. Je nach Unternehmensgröße und -komplexität, variieren die Workshops durch unterschiedliche Gruppengrößen, Dauer und Anzahl. Zumeist gibt es zuallererst einen übergreifenden 2,5h–3 Stunden Workshop mit relevanten Vertreter:innen der unterschiedlichen Geschäftsfunktionen. Danach gestaltet dataspot. üblicherweise je einen 1,5h–2 Stunden Workshop pro Geschäftsfunktion sowie kurze Qualitätssicherungen oder Checks. Eine Datenlandkarte ist daher keineswegs ein langes oder aufwändiges Projekt, sondern bringt das Wissen der Mitarbeiter:innen kurzerhand gezielt und strukturiert aufs Papier – genauso aufschlussreich und verständlich wie in den TDWI Showcases.

Genau wie bei der TDWI, ist auch im echten Kundenprojekt keine Vorbereitung seitens der Teilnehmenden erforderlich, denn die dataspot. Consultants holen die Menschen dort ab, wo sie stehen: bei ihrer täglichen Arbeit und ihren Business Capabilities. Und die Praxis hat bestätigt: die Ergebnisse purzeln auch ohne Datenexpertise auf die Flipcharts.

Insgesamt wird deutlich: Egal in welcher Branche man sich bewegt, das Bewusstsein des Business und seiner Daten muss übergreifend vorhanden sein. Die Erfahrung hat außerdem gezeigt: die Datenlandkarte ist in einem weiteren Schritt ein herausragender Ausgangspunkt für ein Fachdatenmodell, das wiederum als Basis für eine DWH-Implementierung dienen kann. Ein kleiner Schritt für den Fachbereich, ein großer für jedes Unternehmen.

Barbara Kainz und Katharina Menz erklären den Nutzen und die Methode der Datenlandkarte.
Rege Beteiligung der Workshopgruppen. Hier entsteht eine von drei Datenlandkarten.
Datenlandkarte aus der Branche Öffentlicher Nahverkehr: Aufteilung und Zuordnung der wichtigen Daten in die unterschiedlichen Geschäftsfunktionen mit Unterscheidung der Daten in eigene/fremde/externe.